Reisen
08.02.2010
Reiseziel Blütenmeer
Kirschbäume sind keine Seltenheit. Auf der nördlichen Halbkugel sind sie auf jedem Kontinent zu finden. Und doch ist die japanische Kirschblüte eine Attraktion für Einheimische wie Touristen.
Die Kirsche, japanisch Sakura, ist der Symbolbaum Tokios und wird landesweit verehrt wie eine Reliquie. Schnörkellos schön und zerbrechlich zart spiegelt sie die Seele Japans wider und taucht als ersehnter Frühlingsbote die Hälfte des gesamten Laubbaum-Bestands Nippons in zartrosa und weiß. Von der südlichsten Insel Kyushu wandert die Blütenfront ab März nordwärts bis sie im Mai in Hokkaido ankommt.
Nur zehn Tage währt die Blüte, während der die sonst so zurückhaltenden Japaner in Parks und Gartenanlagen strömen und unter den weiß rieselnden Bäumen überschwänglich bei Snacks und Sake (Reiswein) feiern. In vielen Parks setzt man die zauberhafte Blütenpracht der Sakura auch nachts in Szene und leuchtet den Blütenregen opulent aus. Wann und wo die Knospen aufspringen, wird in Zeitungen und Fernsehen dem Wetterbericht ähnlich verfolgt und ausschweifend kommentiert.
Lavendelblüte in der Provence
Keineswegs nur ein Traum für Mottenhasser und Potpourri-Fans: Zum Urlaub in der Provence gehört immer auch der Lavendel, sei es in Form eines Souvenir-Leinensäckchens, eines Besuchs im Lavendel-Museum in Coustellet oder einer Einkehr im meist fotografierten Kloster der Provence.
Lupinenblüte auf Island
Sie duften zwar nicht so gut wie Lavendel, aber farblich kann der Wildwuchs der Lupinen auf Island mit der lila Blütenwelt der Provence locker mithalten. Ursprünglich als Erosionsschutz aus Alaska eingeführt, hat der Bestand der Lupinen die Insel im Nordatlantik mittlerweile fest im Griff seiner Wurzeln.
Von den Isländern beschimpft als Unkraut, das überall sprießt, erfreut die Futterpflanze das Auge der Besucher, die vom Mai bis in den Juli eine karge baumlose Landschaft in facettenreichen Blautönen erblicken.
Hortensien-Blüte auf den Azoren
Eine überschwängliche blaue Blumenpracht überzieht im Juli und August die Vulkanhänge der Azoreninseln. Und nicht nur die. Hortensien-Hecken säumen kilometerlang Straßen, Weiden und Häuser. Die Insel Faial erhielt des Blütenschimmers wegen sogar den Beinamen "Blaue Insel" und bietet zahlreiche Wanderwege ins Blaue und Grüne.
Wildblumen-Blüte in Namaqualand/Südafrika
Wenn die Wüste sich in einen Blütenteppich wandelt, spricht auch der letzte Spötter nicht mehr nur von "ein paar Gänseblümchen, die es doch überall gibt". Tatsächlich sind es hauptsächlich Daisies, Gänseblümchen dem Namen nach, die nur wenige Tage im eher tristen Land an der Westküste Südafrikas für eine Farbexplosion sorgen.
Namaqualand zieht jedes Jahr aufs Neue mit seinen orangegelben bis rot-violetten Blumenwiesen zahlreiche Besucher in die nördliche Kap-Provinz. Ein unendlich weites Meer aus Wildblumen erstreckt sich zur Rechten und Linken, wo man fährt, wandert oder radelt. Foto-Safaris gehören im August und September hier zur meistgebuchten Ausflugsart - statt Löwen, Giraffen und Zebras zu 4.000 Blumenarten, die es teilweise nur in dieser Halbwüsten-Landschaft gibt.
Mandelblüte auf Mallorca
Sputen muss sich, wer dieses Spektakel in diesem Jahr noch erleben will. Mitte Februar erreicht die Mandelblüte auf der beliebten Baleareninsel Mallorca ihren Höhepunkt. Schon Mitte Januar platzten die ersten Knospen auf. Rund sieben Millionen Mandelbäume verwandeln jedes Frühjahr weite Teile der Insel in einen zartrosa Blütenteppich.
Von Ost nach West knospen die Blüten von Mandeln und Aprikosen nach und nach auf. Rund um Llucmajor zum Beispiel, sorgen Plantagen für den Meereffekt und am Klosterberg Randa leuchtet es ebenfalls rosa und weiß. Bis in den März hinein können die blühenden Landschaften noch bewundert werden.
Quelle: SRT / Autor: Claudia Ottilie
Foto: Wildblumenblüte in Namaqualand/Südafrika
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