ullicomm..
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Bewohner tragen Venedig zu Grabe
Am Samstag haben die Bewohner Venedigs ihre Stadt zu Grabe getragen. Sie prangern damit die Entvölkerung der Stadt an und beklagen, dass Venedig in ein paar Jahren nur noch als "tote" Kulisse für die jährlich etwa 18 Mio.Touristen dienen könnte. Die Preise für Wohnungen und Häuser seien in Venedig so stark gestiegen, dass viele Einwohner aus der Mittelklasse auf das Festland ausweichen müssen. 1951 hatte das historische Venedig 174.000 Einwohner, dann sank die Zahl erst auf 80.000 (1990) und schließlich auf den heutigen Stand von rund 60.000.
In einer Gondel fuhren die Bürger einen Sarg vom Bahnhof durch den Canal Grande zum Bürgermeisteramt. Dort warteteten internationale Fernsehteams auf die Ansprache der Demonstranten und anschließend hissten sie eine Phoenix-Flagge auf dem Sarg - die Hoffnung, dass sich die Stadtverwaltung für eine Verbesserung der Situation einsetzt und Venedig nicht bald ausgestorben ist.
Was sagt ihr zu der Diskussion: die Stadt für den Tourismus erhalten oder den Tourismus für die Stadt? Der Bürgermeister scheint eher zu Letzterem zu tendieren.
Viele Grüße,
Ulli.
Geschrieben: 16.11.09, 11:31 Uhr
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pelu
Beiträge: 57
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Bewohner tragen Venedig zu Grabe
Es ist eine Schande, wie die Italiener z.T. mit ihrem kulturellen Erbe umgehen. Ich hatte schon in anderen italienischen Städten das Gefühl, dass die Verwaltungen ausschließlich an der Steigerung der Touristenzahlen interessiert sind und die Erhaltung der Bau-/ oder Kunstwerke sowie der Schutz der Einwohner nachrangig ist.
Geschrieben: 17.11.09, 13:11 Uhr
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jule2202
Beiträge: 372
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Bewohner tragen Venedig zu Grabe
Oh Mann, es wäre schade um die schöne Stadt. Was ist Venedig ohne Einwohner? Eine leere Hülle. Wer sollte denn dann die singenden Gondoliere und die freundlichen Kellner aus den Cafés ersetzen? Italienisches Flair ohne Italiener gibt es nicht!
Jule
Geschrieben: 19.11.09, 13:57 Uhr
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Gast
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Bewohner tragen Venedig zu Grabe
ich denke, man kann die frage so nicht stellen und man kann es so pauschal auch nicht sagen.
schon an anderer stelle hatte ich mal geschrieben, dass die venezianer an der situation nicht unbedingt unschuldig sind. als die touristen einst venedig für sich entdeckt hatten - zugegeben vor wahnsinnig langer zeit - haben sie die preise angehoben um ihren eigenen gewinn stetig in die höhe zu treiben und die touristen um viel geld zu erleichtern. das ist zwar nicht unbedingt eine rein venezianische eigenheit, denn dies ist überall dort zu sehen, wo die nachfrage den preis bestimmt. bei aller gier haben sie jedoch eines völlig übersehen - dass die gier und ihre folgen nicht vor den einheimischen halt macht, sondern ihnen das leben in dieser für meine begriffe faszinierenden stadt nach und nach unbezahlbar macht. sie haben einfach den grundsatz "leben und leben lassen" völlig vergessen. letztendlich nahm man damit nicht nur die touristen aus, sondern trieb auch die einheimischen aus der stadt.
die frage ist nicht, ob man venedig für den tourismus erhalten sollte oder den tourismus für die stadt, sondern das bemühen sollte dahingehend erfolgen, dass man für die zukünftigen generationen, aber auch für die venezianer selbst die goldene mitte und damit ich wieder eine lösung nach dem grundsatz des leben und lebenlassens findet. beides - tourismus und die stadt - sind inzwischen so untrennbar miteinander verbunden, dass man sie eigentlich nun nicht mehr trennen kann ohne noch größeren schaden anzurichten. ein gesundes maß für alle beteiligten wäre meiner meinung nach das richtige.
die touristen lieben die stadt mindestens ebenso wie die venezianer selbst, wenn auch mit anderen prioritäten. leider, so habe ich während meiner besuche dort festgestellt, kommt erschwerend hinzu, dass viele touristen sich nicht bewusst machen, dass sie in dieser stadt (und deren verbliebenen einwohnern) gäste sind. ich denke mit etwas mehr respekt und vor allem verständnis, kann man hier doch einiges im interesse venedigs bewirken - ohne dass die menschheit auf venedig als reiseziel, aber für irhe bewohner auch als heimatstadt verzichten müsste.
ich wünsche mir einfach, dass ich noch sehr oft in dieser traumhaften stadt zuu besuch sein darf und ich hoffe, dass ich mich dann nicht zu oft beschämt angesichts mancher touristenscharen "verstecken" möchte.
Geschrieben: 19.11.09, 16:05 Uhr
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Gast
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Bewohner tragen Venedig zu Grabe
So darf man die Frage wirklich nicht stellen. Venedig ist eine einzigartige und wunderschöne Stadt. Die ganz Welt muss ein Interesse haben, dass solche Orte gehegt und gepflegt werden, Tourismus hin, Tourismus her.
Vermutlich kann man an dieser Stadt und deren Verwaltung geballte italienische Mentalität ablesen. Vielleicht gelingt es den Italienern ja doch, diese Stadt, die sie ja immerhin geschaffen und haben werden lassen auch weiterhin zu erhalten und zu schützen, vielleicht sogar zu entwickeln.
Heute gehört den Italienern für ihre Nachlässigkeit eins symbolisch "um die Ohren gehauen".
Als Tourist kann ich nur dankbar das genießen, was ich dort vorfinde. Und das ist viel.
Geschrieben: 19.11.09, 17:59 Uhr
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fossy555
Beiträge: 1
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Bewohner tragen Venedig zu Grabe
Venedig braucht sicher den Tourismus um Überleben zu können.
Der Riegel gegen die teuren Wohnungen sollte auf politischer
Ebene gelöst werden, was jedoch gerade in Italien schwierig sein
dürfte.
Leider findet man den gleichen Trend auch bei uns in der Schweiz
in den Wintersportorten wie St. Moritz, Davos, Laax etc. wo es immer
schwieriger wird, das Einheimische günstige Wohnungen finden.
Allerdings wurden jetzt teilweise Gesetze erlassen die aber nur
langsam Wirkung zeigen.
Geschrieben: 19.11.09, 19:17 Uhr
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aef@hisp.. (Gast)
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Bewohner tragen Venedig zu Grabe
war nie ein fan der italienischen politik und schon gar nicht deren aufgeblaehten gebaren wo auch immer. schade um venedig, das fuer touristen eher teuer wurde leider.
Geschrieben: 20.11.09, 01:55 Uhr
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herbie59..
Beiträge: 37
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Bewohner tragen Venedig zu Grabe
Auch ich schliesse mich der hier oft geäußerten Meinung an, dass die Frage in die Irre führt.
Wir haben doch eine ähnliche Situation auf Sylt. Die Sylter ziehen aufs Festland, weil sie die Immobilien- und Mietpreise nicht mehr bezahlen können und es billiger ist, zur arbeit it dem Zug auf die Insel zu fahren. Auch das ist ein auf Dauer untagbarer Zustand und wird über kurz oder lang zu venezianichen Verhältnissen führen. Es ist schon vorgekommen, dass der Sylt-Shuttle nicht entladen werden konnte, weil die Strassen vor dem Bahnhof heillos verstopft waren.
Hier wie in Venedig, nebenbei eine Stadt, die ich sehr liebe, müssen Konzepte des sanften Tourismus umgesetzt werden. Das geht natürlich nur, wenn Politik und Touristik-Agenturen zusammenarbeiten. Und das muss bei diesen dramatischen Zahlen schnell erfolgen.
Herbert Vater
Geschrieben: 20.11.09, 14:07 Uhr
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womenonly (Gast)
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Bewohner tragen Venedig zu Grabe
auch ich bin der Meinung, dass Die Frage falsch gestellt ist. Und es ist auch keine italienische Eigenheit geldgierig zu sein, das ist etwas zu einfach gestrickt. Eher haben die Venezianer viel zu lange zugeschaut, bevor sie gemerkt haben, dass es so nicht weitergehen kann. Die "freie Marktwirtschaft" hat eben auch in der Lagune zugeschlagen, ist das so erstaunlich? Dass Tourismus auch viele Schattenseiten mit sich bringt, kann das jemand abstreiten? ich erinnere mich noch gut, wie die Rucksacktouristen Venedig zugerichtet hatten.. Wenn es um ein Weltkulturerbe geht, sollte es ein Anliegen aller sein, die Lagunenstadt so lange wie möglich zu erhalten. Aber der Protest zeigt eben, dass nicht viel bisher getan wurde, denn eine so starke Abwanderung ist ein schlechtes Zeichen, das nun aber endlich an die Öffentlichkeit gekommen ist.
Geschrieben: 21.11.09, 09:48 Uhr
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tinatravel
Beiträge: 371
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Bewohner tragen Venedig zu Grabe
Hallo Ihr Lieben,
schwieriges Thema. Auf der einen Seite versucht Venedig sich so attraktiv wie möglich für die Touristen zu verkaufen - was mit Sicherheit auch gelingt. Auf der anderen Seite ist es ja klar das dieser Zweig zu Haupteinnahmequelle wächst und immer mehr Raum den Tourismus gewidmet wird. Ich persönlich möchte zwar nicht in einer Stadt leben in der es ständig von Touris wimmelt aber fahre natürlich auch gern zum Sightseeing.
Tina
Geschrieben: 23.11.09, 14:02 Uhr
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