Spanien Gran Canaria als behinderter Mensch
Hallo, ich war letztes Jahr, im Oktober, in Spanien auf Gran Canaria. Nun könnte man sagen, dass ich eigentlich nichts besonderes. Für mich war es ein Abenteuer, und wie sich noch herausstellen sollte, eine Reise ins Paradies. Warum Abenteuer? Ich bin als behinderter Mensch gereist. Was noch dazu kam, ich habe Urlaub in einer Gayanlage gemacht und das war die beste Entscheidung, die ich getroffen hatte. Mit Hilfe eines schwulen Reiseveranstalters habe ich einen Bungalow gebucht, sodas ich mich mit meinen Hilfsmittel frei bewegen konnte. Zudem hatte ich für 1 Woche, einen Mietwagen dazu gebucht. Es war traumhaft, unabhängig zu sein. Die Insel abzufahren. An machen Stellen, dem Himmel so nah zu sein, dass mir manchmal die Luft weg blieb. In Playa de Ingle´s war ich am FKK Strand. Bin mit meinem Rollator 3/4 in den Ozean gefahren (mein Rollator ist aus Alluminium) und habe mich auf dem Rücken ins Meer fallen lassen. Niemand hat mich hier bedauert, nach meinem Krankheitsbild gefragt, nichts davon geschah. Ich war Einer unter vielen. Was mir besonders gefallen hat, war die Tolleranz, die Freundlichkeit der spanischen Menschen. Es gab behinderten Parkplätze, soviele hatte ich in Deutschland noch nie gesehen. Alle 5-10m gab es eine Abschrägung, damit man dort hin kam, wo man hin wollte.
Beim Ein- und Aus-Cheken wurde ich freundlich und bevorzugt behandelt. Es war alles bestens organisiert. Einfach traumhaft.
Das Klima hier tat mir sehr gut. Hat sich auf meine Erkrankung sehr positiv ausgewirkt. Mein Schmerzpekel war, auf einer Schmerzskala von 1-10, auf 6 gefallen, ohne das ich mit zusätzlichen Medikamenten nachhelfen musste. Ich konnte es nicht fassen, dass das möglich war. Nach der Zeit, der unerträglichen Schmerzen, körperlich sowie auch seelisch. Der Trauer und dem Kummer, der in Deutschland ständig mein Begleiter war und manchmal noch ist.
In der Gayanlage war man sehr freundlich und nett zu mir, auch wenn die Verständigung nur in englisch möglich war.
Es wäre schön, wenn noch mehr Menschen, mit einer Behinderung sich trauen würden, die Welt anzusehen. Sie kann und ist so schön.
Mein nächstes Ziel soll Russland sein. Dort lebt mein Freund, den ich über alles liebe. Leider weiß ich noch nicht, wie ich diesen Berg überwinde. Mal sehen. Es wird, es muss sich ein Weg finden. So, Euch alles liebe, bis bald einmal
Euer Regenbogen26
P.S. Mit Günther, aus dem Reisebüro, bin ich heute noch befreundet. Wir sind im Mailkontakt!
Geschrieben: 13.03.08, 17:01 Uhr
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